Am vergangenen Mittwoch, den 2. Mai traf sich die Faninitiative mit Werder-Geschäftsführer Manfred Müller. Bei dem etwa zweistündigen Gespräch waren außerdem der Fanbeauftragte Dieter Zeiffer sowie zwei Vertreter des Fan-Projekts zugegen.

Einleitend schilderte Herr Müller, wie schon bei unserem letzten Treffen, zahlreiche Einzelheiten des Umbaus. Dabei hat sich stellenweise einiges getan. Zunächst wurden Einzelheiten über die Westkurve bekannt. Hier wird der gesamte Unterrang den Gästen zustehen. Die oberen Reihen des Unterrang werden aber Sitzplätze sein. Wenn der Gastverein nicht die 5000 Fans mitbringt, für die Platz ist, kann die Absperrung zwischen Gäste- und Werderfans blockweise verschoben werden. Die freien Stehplätze könnten dann kurzfristig an Werderfans verkauft werden.
Was die Ostkurve angeht, sieht es nun so aus, dass die Kapazität des Unterrang der Ostkurve nicht sinken, sondern sogar geringfügig steigen wird: Statt bisher 6500 soll es nach dem Umbau ca. 7000 Stehplätze geben. Der Abstand zum Spielfeld soll etwa 10 Meter betragen. Im vergrößerten Bauch der Kurve wird es neue Lagerräume geben, von denen einer dem Fanprojekt überlassen wird. Die Logen werden an ihrer bisherigen Position bleiben, außerdem ist die Geschäftsführung auch nach dem Umbau leider nicht bereit, den Logenmietern Sichtbehinderungen zuzumuten.
Insgesamt wird es mehr Catering geben, in der West ist ein Bistro ähnlich dem in der Nordtribüne geplant. Es werden vier neue Anzeigetafel gekauft, die in den Ecken des Stadions aufgestellt werden.
Mit dem Umbau sollen allerlei Einrichtungen eingebaut werden, die das Weserstadion besonders umweltfreundlich machen. Aus Sicht der Fans besonders erfreulich ist die von uns geforderte Einrichtung einer Fahrradstation. Außerdem wird über einen Bootsanleger nachgedacht, an dem Shuttle-Schiffe anlegen können, die von der Schlachte aus verkehren.
Im Folgenden entwickelte sich ein angeregtes Gespräch über die Themen, die uns Fans am Herzen liegen:
- Für die Sitzplätze, die ja in den Stehbereichen für den internationalen Wettbewerb vorhanden sein müssen, unterbreiteten wir Herrn Müller den Vorschlag, die Lösung aus dem Stadion des HSV zu übernehmen, bei der die Fans bei nationalen Spielen auf den zusammengeklappten Stühlen stehen. So könnte man von den unerträglichen “Legebatterien” wegkommen. Herr Müller versprach, die von uns zusammengestellte Mappe hierzu dem Architekten zu überreichen. Außerdem hat Thomas Hafke vom Fanprojekt bereits Kontakt nach Hamburg hergestellt, den er an den Verein weiterleiten wird.
- Niedrigere Zäune wird es höchstwahrscheinlich nicht geben. Die aktuellen sind schon nur aufgrund einer Sondergenehmigung zulässig, Müller hofft, dass diese erneuert wird.
- Bei den Werbebanden besteht Hoffnung, dass sie niedriger sind als bisher, weil Werder (elektronisch oder mechanisch) bewegliche Banden anschaffen will. Diese sind grundsätzlich nicht so hoch wie die aktuellen Werbeträger. Außerdem wird durch das Heranrücken der Kurve an das Spielfeld hoffentlich mehr zu sehen sein. Müller meinte, die Grundlinie solle von überall zu sehen sein.
- Zum Thema Zaunfahnenplätze gab es keine konkrete Aussage von Manfred Müller.
- Über die Fangnetze werden wir noch einmal direkt mit dem Architekten reden, damit wir ein möglichst durchsichtiges und wenn irgend möglich je nach Lage einsetzbares System bekommen.
- Die Plätze für Rollstuhlfahrer bleiben so erhalten, wie sie sind. Die Parkplätze entlang des Osterdeichs sollen allesamt unter den gegebenen Möglichkeiten (Stichwort Anwohner) befestigt werden. Die Idee eines Audiokommentars für Blinde fand Herr Müller gut, es wird darüber nachgedacht.
- Da der Wegfall der Flutlichtmasten wohl unabwendbar ist, fragten wir, ob man nicht über etwas nachdenken könnte, was das Stadion auch weiterhin unverwechselbar macht. Im Raum stand unter anderem, die Treppenaufgänge in den neuen Oberrang, die neben dem Stadion stehen sollen, über ihre Funktionalität hinaus als Wahrzeichen zu nutzen und nach oben zu verlängern, damit die von uns so geschätzte Fernwirkung erhalten bleibt. Darüber wird mit dem Architekten noch zu reden sein.
- Bezüglich eines möglichen Namensverkaufs wiederholte Herr Müller seine Aussage, die er auch schon gegenüber der Presse gemacht hatte, Werder suche nach einer “intelligenten” Lösung. Der Name werde nur verkauft, wenn es unbedingt nötig ist. Er sagte uns, dass man in einem Monat mehr wisse.
- Zum Kartensytem ist noch nichts Konkretes geplant.
Man war sich schließlich einig, dass weitere Treffen, insbesondere auch mit dem Architekten, wünschenswert seien. Wir bleiben am Ball…